Leseprobe

Nun wird es langsam Zeit für einen Blick in das aktuelle Buch unserer Jay. Habt ihr gewusst, dass extra für „BPP – Blue“ ein Song von der österreichischen Band DERAM eingesungen wurde? Am Ende dieser Leseprobe gibt es dieses wunderschöne Lied verpackt im Trailer, den die Soulwriters erstellt haben, für euch.

Klappentext

Die bekannteste Frauenrockband der Welt – BPP, bestehend aus Blue, der Sängerin, Pearl, der Gitarristin und Puppet, der Drummerin – tourt nonstop von einer Konzerthalle zur nächsten.
Blue kennt keine Grenzen und ist für ihre Exzesse berühmt-berüchtigt. Ihr Verschleiß an Männern, Alkohol und Drogen artet immer mehr aus, bis schließlich der Ruf der gesamten Band auf dem Spiel steht. Manager Pauly sieht die letzte Chance, ihr Image wieder aufzupolieren, in einer Einladung von Blues ehemaligem Waisenheim. Das St. Georges bittet die Leadsängerin um Hilfe bei der Ausrichtung der Hundertjahrfeier.
Ohne zu zögern, sagt Pauly zu und schickt die wilde Rockröhre zurück in ein Leben, mit dem sie längst abgeschlossen hatte. Sie tritt eine Reise in ihre Vergangenheit an, rechnet aber nicht damit, dort dem Mann zu begegnen, der einst ihre große Liebe war.
Auf ihn darf sie sich jedoch nie wieder einlassen.

 

Leseprobe aus „BPP – Blue“

Prolog

Kreischend rannte ich durch den kalten Flur. Er war hinter mir her, sein Lachen hallte laut durch den Gang. Ich vermutete, wir sprangen bereits ziemlich lange durch das Haus, doch beim Spielen verlor ich das Gefühl für Zeit und Raum. So schnell gab ich nie auf, und das wusste er. Darum hatte er mit mir immer den größten Spaß beim Herumalbern.
»Patty, halt an!«, rief er außer Atem.
»Und lass dich gewinnen? Bist du irre? Nö! Niemals, Ben!«, kicherte ich und rannte weiter.
»Patricia Palmer!«, ermahnte mich eine strenge weibliche Stimme, sodass ich abrupt stehen blieb.
»Was sagt unsere Hausregel über das ›Rennen auf dem Flur‹?«
Langsam drehte ich mich um und sah, wie Schwester Mary auf mich zulief. Sie wirkt echt wütend, dachte ich. Wie ein begossener Pudel schlich Ben hinter ihr her.
»Das Herumturnen und Rennen in den Gängen ist den Bewohnern des Waisenheims St. George’s untersagt‹«, leierte ich die Hausregel herunter. »Sorry, Schwester Mary!«
Schwester Mary schmunzelte. Ich kannte sie schon seit mehr als vier Jahren. So lange war ich bereits hier. Ihre Strenge rührte aus ihrem Wunsch, aus uns anständige Kinder zu machen, die man eines Tages adoptierte oder in einer Pflegefamilie aufnahm. Im Grunde ihres Herzens war sie jedoch ein liebevoller, freundlicher Mensch. Nur wenn es um ihre geliebten Hausregeln ging, kannte sie keinen Spaß.
Ben stand neben ihr. Seine Schultern hingen an dem schlaksigen Körper herab, er schien sich zu schämen.
»Tut uns leid, Schwester Mary«, murmelte er in seinen noch nicht vorhandenen Bart.

Seit ich meine Familie mit fünf bei einem Autounfall verloren hatte, lebte ich als Vollwaise in St. George’s. Ben, der drei Jahre älter war als ich, sagte, ich wäre ein nervendes Energiebündel und mein ständiger Gesang gehe ihm oftmals auf den Wecker. Doch ich sang einfach gern, am liebsten morgens, mittags und abends.
Pater John, der Leiter des Heims, mochte es, wenn ich sang, er behauptete sogar, ich würde eines Tages damit mein Geld verdienen, und hatte mich deshalb im Kirchenchor untergebracht. Glaubt mir, es wäre der Hammer, wenn das stimmt!
Netterweise durften wir noch zum Abendessen gehen, danach hieß es für Ben und mich: Zimmerarrest. Einzeln, versteht sich. Ben schlief im Jungenflügel, auf der rechten Seite des Waisenheims, das u-förmig angelegt war, links waren die Mädchen untergebracht. In der Mitte befand sich das Haupthaus mit der Küche im Keller, dem im Erdgeschoss liegenden Speisesaal und einigen Büros und einem Andachtsraum im Obergeschoss. Auf dem Dachboden hatte Pater John einen großen Übungsraum für den Chor eingerichtet sowie einen Saal, in dem wir Kinder bei schlechtem Wetter herumtoben konnten.
Ohne große Diskussion und ohne Ben vorher noch einmal zu sprechen, ging ich nach dem Abendessen in den Mädchenflügel und direkt zu Bett.
Am nächsten Morgen schien nicht nur am Himmel wieder die Sonne, sondern auch in meinem Herzen. Ich freute mich jeden Tag, wenn ich die Augen öffnete, auf zwei Dinge: die Chorprobe und Ben.
Wir alle wurden nach dem Frühstück von einem Bus abgeholt, der uns zu einer öffentlichen Schule brachte. Oft war uns das unangenehm, da die Kinder wussten, dass wir aus dem Heim kamen, und viele dachten, wir wären dort, weil unsere Eltern uns nicht haben wollten. Wenn mich die Blicke und Sprüche zu sehr schmerzten und ich weinte, war Ben für mich da. Er nahm mich in die Arme und tröstete mich. Eigentlich fand ich Jungs total belämmert, außer Ben. In seinen Armen fühlte ich mich wohl. Oft ärgerte er mich aber auch mit den anderen. Einmal hatte er mir Regenwürmer unter die Bettdecke gelegt. Das Gefühl war ekelhaft.
Auch an diesem Morgen standen wir ordentlich in Reih und Glied auf dem Hof vor dem Waisenheim und warteten. Erst als die Türen des Busses geöffnet wurden, entstand Gedrängel, da jeder versuchte, so weit hinten wie möglich einen Platz zu erhaschen. Keiner wollte bei einer der Schwestern sitzen – das war uncool. Wieder einmal wurde ich wie ein Wanderpokal nach hinten durchgereicht, obwohl ich angestrengt versuchte, in den Bus zu gelangen, sodass ich eine der Letzten war. Als ich endlich den Bus betrat, entdeckte ich das siegessichere Lächeln, das mir Ben von der Rückbank zuwarf. Er hatte sich durchgesetzt und mir einen Platz freigehalten. Paul Barkley musste sogar wieder vorlaufen, um sich neben Schwester Trudy zu setzen. Im Gang quetschte ich mich an Paul vorbei, der mir irgendetwas Doofes zubrummte. Der Bus fuhr schon los, ehe ich mich setzen konnte, und natürlich landete ich prompt auf Bens Schoß. Schlagartig wurden wir beide knallrot im Gesicht.

 

Es haben sich auch schon einige Leser zum Buch geäußert. Hier nun ein paar Stimmen.

Stimme 1: „Das ist eine sehr außergewöhnliche Geschichte.“

Stimme 2: „Ich hatte beim Lesen nicht nur einmal Gänsehaut und nicht nur einmal musste ich mir Tränen wegwischen.“

Stimme 3: „Das Buch ist der Wahnsinn. Einmal angefangen konnte ich nicht mehr aufhören.“

 

Wer bis hierher durchgehalten hat, wird nun mit dem Trailer zum Buch belohnt. Viel Spaß mit dem genialen Trailer, den die Soulwriter erstellt haben.

 

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