Krampus

So mancher hat sicher schon mal den Begriff Krampus gehört oder gelesen und sich gefragt, was es damit auf sich hat. Ich gebe zu, dass ich bis vor einem Jahr auch nicht wusste, was das ist. Wahrscheinlich wohne ich dafür zu weit entfernt und hier gibt es so etwas nicht. Daher habe ich Eva Maria gebeten, uns das höllische Treiben ein wenig zu erklären.

krampus-1085000_1920Der Krampus ist eine Schreckgestalt in Begleitung des heiligen Nikolaus. Die braven Kinder werden vom Nikolaus beschenkt, während die unartigen vom Krampus in seinen Höllenwagen gesteckt und bestraft werden.
Als Kind habe ich mich sehr vor dem Krampus gefürchtet. Die in Fell gekleideten Männer, mit kunstvoll geschnitzten, aber erschreckenden Holzmasken und lauten Kuhglocken jagten mir eine Heidenangst ein. Häufig banden sie Metallkügelchen an ihre Ruten oder verwendeten Ochsenschwänze, damit ihre Hiebe mehr schmerzten. In den zwei Wochen vor dem Krampustag, dem 5. Dezember lauerten sie nach Einbruch der Dunkelheit in kleinen Gruppen auf den Straßen, schlugen Passanten mit ihren Ruten oder schleuderten sie im Kreis.
Heutzutage geschieht so etwas nur selten. Krampuse sieht man fast nur noch bei offiziellen Umzügen. Diese werden von Sicherheitspersonal begleitet und unterliegen strengen Regeln. Innerhalb von Absperrungen laufen die Krampuse zur Belustigung der Zuschauer. Jede Maske muss registriert werden, damit im Ernstfall niemand dank seiner Verkleidung unerkannt bleibt.
Doch wie bereits erwähnt, war das nicht immer so. In meiner Jugend gestaltete sich das Krampustreiben wesentlich gefährlicher. Es kam zu Raufereien zwischen Krampusen, Zusehern und Passanten. Viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit, um sich zu prügeln oder sich an jemanden zu rächen. Dabei kam es zu schweren Verletzungen, weil Menschen unglücklich stürzten, durch die Schläge verwundet wurden, Kuhglocken ins Gesicht bekamen oder die Verkleideten mit ihren schweren Masken das Gleichgewicht verloren. Selbst Todesopfer waren keine Seltenheit.

Mit fünfzehn verbrachte ich den Krampustag zusammen mit meinen Freundinnen in Sillian. Obwohl ich mich die meiste Zeit versteckte erwischte mich irgendwann ein Krampus und zog mir seine Route mehrmals über die Oberschenkel, sodass ich am nächsten Morgen viele blaue Striemen hatte.

In meiner Kindheit gab es in den Wochen vor dem 5.12 organisierte Krampusumzüge. Inzwischen finden diese teilweise auch nach der Krampus Zeit zur Belustigung von Touristen statt.

 

Damit ihr euch das ein wenig bildlich vorstellen könnt, habe ich in den Weiten des Internets dieses Video gefunden.

 

Wir hoffen, dass wir euch so den höllischen Zug ein wenig näher bringen konnten.

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