Helen Baxter

13394161_291703007834851_1856618784396336607_nHallo Helen, danke, dass du mich hier besuchst. Würdest du dich kurz vorstellen? Wer bist du? Was machst du?

Geboren bin ich in Düsseldorf. Heute wohne ich im schönen Kehdinger Land in Niedersachsen mit meinem Mann auf einem alten Hof, der von uns liebevoll restauriert wurde. Ist man vorne fertig, fängt man hinten wieder an. Dafür hab ich meinen eigentlichen Beruf ‚Kauffrau‘ an den Nagel gehängt. ‚Nebenher‘ bin ich noch Hausfrau und Reitlehrerin und seit zwei Jahren, nach der Veröffentlichung meines Erstlings SAMT also auch ‚Autorin‘.

 

Du wohnst in Norddeutschland. Wenn du aus dem Küchenfenster schaust, was siehst du?

Meinen Garten, Wiese, Bäume, Kühe, Pferde, Gräben, je nachdem, aus welchem Fenster ich gucke. Hier ist alles flach, da kann man weit gucken.

Könntest du uns deinen Arbeitsplatz beschreiben?

Der variiert. Im Winter im Wohnzimmer, gemütlich Füße hoch, Notebook auf den Knien, vor dem Ofen oder am Schreibtisch meines Mannes im maritimen Seebärenzimmer. Im Sommer gerne auf der Veranda oder der Terrasse, je nach Sonnen- und Windverhältnissen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Als Alternative zum Lesen, weil ich nicht kaufen konnte, was ich gerne gelesen hätte. Da hab ich angefangen, mir meine eigenen Geschichten zu schreiben. Dabei hatte ich dann genauso viel Spaß, wie beim Lesen. Nur dass ich jetzt nicht mehr zum Lesen komme … tragisch.

Vor wenigen Tagen kam »Passwort Liebe« auf den Markt. Erzähl uns ein wenig darüber.

Passwort Liebe ist ein Roman über einen Hacker, der sich in die Dateien einer Autorin hackt, um mit dem Wissen über ihre geheimsten Wünsche ihr Herz zu erobern. Er weiß nicht, dass sie ihm längst auf den Fersen ist, wenn auch aus anderen Gründen. Sie recherchiert auf altmodische analoge Weise, er recherchiert in der virtuellen Welt der Bits and Bytes. Natürlich führt das zu Konflikten, sie deckt dunkle Geheimnisse seiner Vergangenheit auf, mit denen er sich konfrontiert sieht. Genug Potential für jede Menge Kopfkino in alle möglichen Richtungen. Es gibt einige Klippen zu umschiffen. Er ist ein charmanter, intelligenter Mann. Das macht schon sexy. Raven ist Rrrrrrrrrrr, wie ich finde. Und Ellen Chandler, die Autorin? Sie lässt sich von ihm nicht leicht beeindrucken, sondern geht ihren Weg. Ob er sie zusammenführt und ob das Passwort für eine gemeinsame Zukunft wirklich Liebe ist? Das müsst Ihr schon selber lesen.

Was für ein Gefühl war es, als du zum ersten Mal auf »Veröffentlichen« gedrückt hast?

Sehr gemischt, vor allem von der Angst beherrscht, alles richtig gemacht zu haben. Aber auch beglückt, das Projekt damit abzuschließen. Hätte ich nur gewusst, was danach noch alles so kommt. Hihi.

Wie viel Realität steckt in deinen Büchern? Verarbeitest du gute und schlechte Erlebnisse darin oder alles Fiktion?

Oh, es steckt schon viel von mir in meinen Büchern. Aber natürlich würde ich nie verraten was. Das Kopfkino des Lesers soll ja ordentlich auf Touren kommen. Wobei ich manchmal denke, dass doch viel mehr in das geschriebene Wort hineininterpretiert wird, bezüglich der Authentizität mit dem Autor. Oft ist es lange nicht so nah an mir dran, wie der Leser denkt, und an anderen Stellen deckt es sich eins zu eins. Aber das ist ja auch das Spiel des Autors mit dem Leser.
Wenn ich gefragt werde, ob ich alles schon so erlebt habe, dann bezieht sich das sehr häufig auf den Sex. Da antworte ich dann immer: Ja klar und ein Krimiautor killt prophylaktisch mal ein paar Typen, um zu sehen, ob das Blut auch wirklich spritzt usw. Also nein, nicht alles selbst erlebt aber … Method Acting in Writing betreibe ich auch nicht.

Wie gehst du mit negativer Kritik, schlechten Rezensionen um?

Es gibt keine schlechten Rezensionen. Wer rezensiert (und ich halte nur sachliche Rezensionen für eine solche) der hat sich die Mühe gegeben, zu lesen und zu bewerten. Man kann es nicht allen recht machen. Habe grade aktuell eine 2 Sterne Rezi kassiert. Die Geschichte gefiel nicht, aber es wurde die gute Grammatik gelobt und dass es wenig Fehler gibt. Darüber habe mich gefreut. Klar ist eine 5 Sterne Rezi was Tolles und die mag ich natürlich auch. Am liebsten ist mir konstruktive Kritik. Die wirklich kritischen Kommentare, ob von Freunden, Kollegen oder auf Amazon. Daraus lerne ich am meisten.

Wie wichtig erachtest du soziale Netzwerke, wie gehst du damit um?

Wichtig für die Bekanntheit, ja. FB mach ich, sonst nichts. Der Zeitaufwand das alles zu pflegen ist enorm. Ich habe weder die Ahnung noch die Zeit, mich da noch mehr einzubringen. Dann konzentriere ich mich lieber aufs Schreiben.

Messen und Conventions – als Dank für Lesertreue oder eher nur Stress? Was bringt es dir persönlich, Kontakt mit deinen Lesern zu haben?

FBM. Die mache ich. Alles andere ist mir zu weit weg und damit zu aufwändig.. Lesungen mache ich sehr gerne. Da ist der Kontakt zum Leser hervorragend, wie ich finde. Nicht ganz einfach, wenn man unter Pseudonym schreibt, aber es wurde bisher von allen akzeptiert, keine Fotos öffentlich zu machen.
Der Kontakt zu den Lesern ist mir sehr wichtig. Deshalb feiere ich auch die FB-Party, da kommen Leser und Autoren zusammen, die sich sonst nur ‚virtuell‘ kennen. Aber ich bin ein Mensch, der seinem Gegenüber gern in die Augen sieht. Wenigstens einmal im Leben. Ich hab auch schon Leser Zuhause besucht. War sehr, sehr nett.

Was hältst du von Aussagen wie »mein Buch ist billiger als dein Kaffee«?

Leider oft wahr (nur bei mir nicht, ich schreib so dicke Schinken).
Die Mentalität alles für 99 Cent, zu Sonderpreisen zu kaufen oder es sogar umsonst zu bekommen, ist schrecklich. Ich gebe mein Bestes, das hat seinen Preis, wie alles auf der Welt. Warum ausgerechnet bei Büchern nicht?

Warst du schon einmal in einen Zickenkrieg verwickelt? Wer hat gewonnen?

Ja, über viele Jahre. Ich hab’s ausgesessen, war immer höflich und freundlich, stets lächelnd. Das zermürbt. Irgendwann ist sie aus meinem Leben verschwunden. Aber es ist mir nicht immer leicht gefallen, das kann ich Euch sagen. Solche Menschen rauben einem nur die Energie, das sind sie nicht wert. So: keep calm and read a book. Am besten: Passwort Liebe!

Wie würdest du deine Freizeit am liebsten verbringen und wie sieht es in der Realität aus?

Schreiben. Kutsche fahren. Da ich selber keine Pferde mehr habe, ist das leider selten geworden.

Welche Orte möchtest du noch bereisen?

Afrika steht ganz oben auf meiner Liste.

Welche 3 Dinge würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen wollen?

Schreibmaschine, Papier, meinen Mann. Aber wehe, ihr verratet ihm die Reihenfolge.

Möchtest du deinen Lesern etwas mit auf den Weg geben? Gibt es etwas, das du noch loswerden möchtest?

Zunächst einmal, vielen Dank, dass es Euch gibt. Ohne Euch wäre ich nichts.
Besonders in der letzten Zeit habe ich ungeheuer viel Zuspruch durch Leser erhalten. Das baut auf und freut mich. Ohne Leser kein Autor, das ist auch eine ganz einfache Rechnung.
Dann noch eine Bitte. Schreibt Rezensionen. Ich weiß, es kann nicht jeder schreiben. Aber ein: es hat mir gefallen und ein paar Sterne dazu anklicken, das kann jeder. Es muss nicht immer eine ausführliche Rezension sein. Als Selfpublisher sind Rezensionen ungeheuer wichtig für die Sichtbarkeit eines Autors. Schreiben ist Herzblut. Und das kann sicher jeder nachempfinden, der für etwas eine Passion hat.

Vielen Dank für dieses Interview
Eure
Helen Baxter

 

Welche Frage soll ich der nächsten Person stellen und warum?

Wenn es ein Autor ist?
Wann ist bei dir die Idee entstanden, deine Geschichten zu veröffentlichen?

 

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