Jana Martens

401013_2462299651031_1133844895_nHallo Jana, danke, dass du mich hier besuchst. Würdest du dich kurz vorstellen? Wer bist du? Was machst du?

Eine gute Frage. Ich bin 37 Jahre alt, habe 6 Wellensittiche, die ich über alles Liebe und die mich täglich nach typischer „welliart“ ärgern, und ich liebe es am Computer zu basteln. Hauptsächlich Grafiken, Buchcover und auch Buchtrailer.
Ich lese sehr gerne und viel, quatsche mit Freunden, sehe wahnsinnig gerne meine Lieblingsserien im Fernsehen, wenn es die Zeit zulässt, und spiele auch gerne mal ein Computerspiel. Da ich aufgrund meine Multiple Sklerose Erkrankung an massiven Schlafstörungen leide, bin ich nachtaktiv. Das ist dann auch die Zeit, an denen mir die besten Ideen kommen.
Ansonsten arbeite ich für die evangelische Kirche und bin dafür verantwortlich, die Dreifaltigkeitskirche am Marktplatz in Worms jeden Abend abzuschließen. Ich mag es gerne ruhig und besuche auch gerne meine Lieblingshund Cappi, der bei meine Tante wohnt. Ich gehe gerne ins Kino und auf Buchmessen und am liebsten schreibe ich.

Du wohnst in der Stadt der Nibelungen. Wenn du aus dem Küchenfenster schaust, was siehst du?

Leider nicht den Wormser Dom, aber ich höre die Glocken. Mein Blick aus dem Küchenfenster fällt auf meine alte Grundschule auf der rechten Seite und links den Himmel. Wenn Ende August bei uns das Wormser Backfischfest gefeiert wird, kann ich abends sogar das Feuerwerk sehen.

Könntest du uns deinen Arbeitsplatz beschreiben?

Mein derzeitiger Arbeitsplatz ist auf dem Balkon. Aber nicht nur, weil wir Sommer haben, sondern es liegt daran, dass mein Schreibtisch leider verschwinden musste. Platzmangel. Ich bedaure es sehr, aber ich habe es mir auf dem Balkon richtig gemütlich gemacht. Er ist überdacht und vor Wind und Wetter gut geschützt. Inzwischen liebe ich es, fast täglich an der frischen Luft zu sitzen. Und da ich einen Laptop besitze, mache ich es mir abends auch gerne mal im Sessel vor dem Fernseher gemütlich.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ehrlich gesagt … wie die Jungfrau zum Kinde. Während meiner Schulzeit hatte ich viele Fanfictions zu unterschiedlichen Fandoms gelesen. Doch eine davon hat mich so fasziniert, dass ich mir sagte, warum versuchst du es nicht auch einmal. So entstand dann meine erste Fanfiction von Forgotten Realms. Und als sie sehr gute Resonanz bekam, war ich motiviert. Daraufhin folgten weitere Fanfictions, bis ich mir dachte, warum erschaffe ich nicht meine eigenen Charaktere. Vor ungefähr zehn Jahren war es dann soweit und ich hatte mich getraut.

Wann ist bei dir die Idee entstanden, deine Geschichte zu veröffentlichen?

Ich nehme bei dieser Frage Bezug auf die obrige Frage. Meine erste Idee zum Schreiben entstand zum einen aus dem Schreiben von Fanfictions, aber auch durch meine Lieblingsautoren R. A. Salvatore, Tracy Hickman und Margrete Weis. Ich bin ganz großer Fan von Forgotten Realms und Drachenlanze. Und ich dachte mir, wenn die drei das können, kann ich es auch. Aber ich muss auch zugeben, ich hatte eine Menge Bammel, bevor ich meine erste eigene Geschichte veröffentlicht habe. Allerdings habe ich nichts überstürzt, sondern mir lange darüber Gedanken gemacht. So entstanden nach und nach meine Charaktere und meine erste Fantasywelt. Seitdem ist es wie eine Sucht. Ständig kommen mir neue Ideen und meine Ordner mit neuen Geschichten werden immer voller.

Demnächst erscheint »Brennende Herzen« über den Bookshouse Verlag. Erzähl uns ein wenig darüber.

Brennende Herzen ist meine erste Dystopie. Sie spielt 250 Jahre in der Zukunft. Die Welt, wie man sie einst kannte, existierte nicht mehr. Ein fataler Sonnensturm bombardierte mit seinen geladenen Teilchen die Erde und riss das Magnetfeld beinah in Stücke. Durch die daraus erfolgte Beschleunigung des Erdkerns wurde der Blaue Planet ins Chaos gestürzt.
Meine Geschichte spielt in New London. Die Stadt liegt in der Sierra Nevada (Spanien) und wurde von Überlebenden aus dem Norden gegründet, nachdem halb Europa überschwemmt wurde.
Mit der Zeit gelang es den Menschen wieder Strom zu erzeugen, Nahrung anzubauen und ein normales Leben zu führen. Die Wissenschaft gewann einen ganz neuen Stellenwert und die Genforschung steht seitdem an oberster Stelle. Genmanipulation ist Alltag geworden. Doch mit der Neuen Welt kam auch ein neuer tödlicher Virus.
Mittendrin herrscht in New London der skrupellose Politiker George Rushton wie ein Diktator über die Stadt. Die Bevölkerung leidet unter ihm. Die Rebellen haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihn zu stürzen, doch das Militär ist überall präsent und lässt sie nur im Geheimen agieren. In den alten Höhlen und Abwasserkanälen der Stadt, die von jedem nur Dark Rivers genannt werden, leben die Rebellen.
In all den Wirren versucht der junge Rebell Kayden seinen Platz zu finden. Als er zufällig auf die Geschwister Paige und Dale trifft, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Denn alle drei haben einen Feind: George Rushton. Doch zuerst muss Kayden Paiges zügelloses Temperament zähmen und dabei kommen sie sich immer näher. Zeitgleich erfährt Kayden ein Geheimnis, dass sein bisheriges Leben völlig auf den Kopf stellt. Es macht ihn aber auch zur Zielscheibe von George Rushton und dem Militär.
So … und mehr wird nicht verraten, den Rest müsst ihr lesen.

Was für ein Gefühl war es, als du zum ersten Mal auf »Veröffentlichen« gedrückt hast?

Unbeschreiblich. Ich war aufgeregt und habe mich wahnsinnig gefreut. Gleichzeitig war ich auch ein wenig ängstlich, weil ich mich gefragt habe, ob das, was mir gefällt und was ich geschrieben habe, auch anderen gefallen wird. Kurz gesagt, richtig nervenaufreibend. Und das Gefühl kommt immer wieder, jedes Mal, wenn ich etwas fertig geschrieben habe. Ich mag dieses Gefühl, jedes Mal aufs Neue.

Wann hast du dich entschieden, nicht nur Fantasy und Thriller zu schreiben, sondern auch Gay-Romance unter Madison Clark?

So ganz genau kann ich das nicht einmal mehr sagen. Angefangen hat es auf jeden Fall mit den Fanfictions, denn dort hatte ich zum ersten Mal nicht nur Gay-Romance gelesen, sondern auch geschrieben. Und schließlich bin ich dabei geblieben. Obwohl ich sagen muss … Hetero, sowie auch Gay … beides hat seinen ganz eigenen Reiz für mich. Anfänglich habe ich mich nicht wirklich getraut, näher auf Gay-Romance einzugehen. Doch als ich sah, dass es so viele Bücher gibt, die sich alle mit diesem Thema auseinandersetzen, waren meine Zweifel schnell ausgeräumt.
Inzwischen schreibe ich beides gerne, Hetero und auch Gay. Manchmal vermische ich auch beides miteinander, was mir dann besonders viel Spaß macht, denn die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Ich muss aber auch betonen, in meinen Gay-Romance Geschichten nimmt Sex keinen großen Stellenwert ein, sondern die Geschichte selbst. Sexszenen schreibe ich nur, wenn sie passen und ich mich damit auch wohlfühle. Denn egal ob Frau und Mann oder Mann und Mann, es sind die Gefühle füreinander, um die es geht.
Es werden auf jeden Fall noch einige Gay-Romance Geschichten von mir erscheinen … hauptsächlich dann unter dem Namen Madison Clark.

Wie gehst du mit negativer Kritik, schlechten Rezensionen um?

Es kommt immer darauf an, ob es sich um konstruktive Kritik handelt oder ob einfach jemand verbal um sich schlägt und einfach alles schlecht redet, was man geschrieben hat.
Ich sage mir jedes Mal, dass schlechte Kritik an mir abprallen sollte, doch nicht immer gelingt es mir. Wenn jemand mir sagt, was ihm nicht gefallen hat und wie man es vielleicht besser hätte tun können, dann kann ich damit leben und setze mich auch damit gedanklich auseinander. Das ist auch oft der Fall, nur leider nicht immer.
Was ich überhaupt nicht mag, sind Meinungen, die einfach nur aussagen, wie schlecht eine Geschichte ist. Dann frage ich mich, was daran schlecht sein sollte. Die Antworten darauf bleiben meist aus. Und das ärgert mich dann am meisten.
Doch es gibt noch ein Punkt, den ich hier ansprechen möchte. Was ich ebenso nicht leiden kann, sind Meinungen von anderen Autoren, die einem um die Ohren werfen, was man denn anders hätte schreiben sollen. Und ja, ich muss es betonen … sollen. Jeder hat eine Idee im Kopf und jeder sieht eine Handlung von Charakteren ein wenig anders. Aber wenn ich ein Buch lese, denke ich mir einfach meinen Teil und gut ist. Aber ich gehe nicht hin und reibe es jedem Autor unter die Nase. Wenn, dann würde ich den privaten Kontakt suchen und mit der Person reden. Niemals würde ich das in eine Rezension verpacken.

Was viele nicht wissen, du erstellst auch Buchtrailer. Wie kam es dazu?

Das hat sich eher zufällig ergeben. Als damals mein erstes Buch erschien, noch unter meinem richtigen Namen, aber leider im falschen Verlag, überlegte ich mir, wie ich mehr Leser gewinnen könnte. Dann stieß ich zufällig auf Buchtrailer bei youtube. Nachdem ich mir mehrere angesehen hatte, entschloss ich mich, selbst einen zu machen. Nach einigem Herumprobieren, fand ich das gar nicht mehr kompliziert und so entstand schließlich mein erster Buchtrailer. Dabei bin ich dann geblieben. Zu fast jedem Buch, welches ich bisher geschrieben habe, gibt es einen Buchtrailer. Ich muss dazu sagen, ich liebe es einfach am PC herumzubasteln. Ich probiere immer wieder neue Dinge aus und es macht mir sehr viel Spaß. Außerdem ist es jedes Mal aufs Neue eine kleine Herausforderung, die richtigen Bilder und die richtige Musik zu finden und beides dann in Einklang zu bringen.

Wie wichtig erachtest du soziale Netzwerke, wie gehst du damit um?

Eine interessante Frage. Hauptsächlich nutze ich soziale Netzwerke für den privaten Kontakt mit Freunden und Bekannten. Den schönen Nebeneffekt dort auch Werbung machen zu können, nutze ich sehr gerne aus. Auf diesem Weg habe ich auch schon einige Autoren und Leser näher kennengelernt. Ich finde, gerade in der heutigen Zeit, wo sehr viele soziale Netzwerke benutzen, ist das eine einfache Lösung, um in Kontakt zu bleiben und gleichzeitig die eigenen Bücher einem größeren Publikum präsentieren zu können. Allerdings achte ich auch immer sehr genau darauf, was ich preisgebe und was nicht. Meine Privatsphäre ist mir trotz alledem sehr wichtig.

Messen und Conventions – als Dank für Lesertreue oder eher nur Stress? Was bringt es dir persönlich, Kontakt mit deinen Lesern zu haben?

Ich treffe gerne meine Leser, auch wenn das bisher nicht oft vorgekommen ist. Aber jedes einzelne Treffen auf Buchmessen war angenehm. Mir ist der persönliche Kontakt sehr wichtig. Ein Gespräch mit Augenkontakt und eine lockere Unterhaltung bleiben auf jeden Fall im Gedächtnis.
Ansonsten nutze ich gerne die Frankfurter Buchmesse, um nicht nur Leser, sondern auch befreundete Autoren wieder zu treffen. Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue.

Was hältst du von Aussagen wie »mein Buch ist billiger als dein Kaffee«?

Solche Aussagen ärgern mich grundsätzlich. Manche Autoren verkaufen ihre Werke weit unter ihrem Wert, was wiederum dazu führt, dass die Leser sich an die billigen Preise gewöhnen und gar nicht mehr zahlen wollen.
Dann gibt es noch das große Gegenteil, das ich leider schon bei einigen Autorenkolleginnen mitbekommen habe. Es wird gemeckert, weil das Buch statt 1,99 € plötzlich 2,99 € oder gar noch mehr kostet.
Ich finde beide Seiten nicht fair gegenüber den Autoren, die ihre Werke nicht wie Ramschware verhökern wollen und sollen.

Wo wir schon beim Kaffee sind. Was hast du zuletzt gegessen?

Gekochter Reis. Leider ohne etwas. Ich muss nämlich einen Laktose- und Fructose-Toleranz-Test machen und deswegen darf ich zurzeit nur gekochte Kartoffeln, Reis oder Nudeln ohne Soße oder sonstigen Beilagen essen.

Wie würdest du deine Freizeit am liebsten verbringen und wie sieht es in der Realität aus?

Zurzeit lässt sich beides gut in Einklang bringen, was auch daran liegt, dass ich durch meine Multiple Sklerose Erkrankung berentet wurde. Das heißt, ich kann mir meine Zeit gut einteilen. Wobei ich sagen muss, meine kreativsten Phasen habe ich oft abends und nachts.

Welche Orte möchtest du noch bereisen?

Australien, Neuseeland, Island und Kanada.

Wenn dich jemand fragt, was er in Worms besuchen oder sich ansehen soll, was würdest du ihm antworten?

Auf jeden Fall den St. Peters Dom, die Dreifaltigkeitskirche, das Lutherdenkmal und das Nibelungenmuseum. Ebenfalls sehenswert sind die Synagoge und das Raschi-Haus. Wer die Natur und Tiere liebt, dem würde ich unseren Tierpark in unserem Naherholungsgebiet empfehlen. Von dort aus kann man zu Fuß zum Rheinufer spazieren oder einfach durch den Wald. Auch gut geeignet für Fahrradfahrer. Wer Kultur mag, der sollte den Heylshof besuchen. In dessen Hof findet man auch einen Stein im Boden, wo damals Martin Luther auf dem Reichstag seine Thesen nicht widerrufen hat.

Welche Frage soll ich der nächsten Person stellen und warum?

Wie und wann kommen dir Ideen? Mir zum Beispiel kommen in den unmöglichsten Situationen Ideen für Geschichten. Einmal beim Einkaufen, dann beim Tanken, beim Fernseh schauen oder auch wenn ich im Bett liege und nicht schlafen kann.

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