Leseprobe Kuschelkeks

510qniwm02lKlappentext

Sich nach einem Spaziergang im Schneegestöber mit seinem Kuschelkeks aufzuwärmen, ist etwas Wunderschönes.

Doch was ist, wenn der Schnee fällt und der Lieblingsmensch lediglich noch in der Vergangenheit existiert? Tore will Jonnas Namen nie wieder aussprechen, geschweige denn, sie wiedersehen. Zu schmerzhaft ist die Erinnerung an die gemeinsame Vergangenheit.

Dann kommt alles anders …

Schwanger und ohne Geld versucht Jonna, kurz vor Weihnachten, in der Stadt ihrer Vergangenheit einen Neuanfang zu starten. Auf der Flucht vor ihrem Ehemann landet sie im norddeutschen Lüneburg. Sie will sich durchbeißen und es allein schaffen, ihr Leben zu sortieren.

Allerdings hat sie die Rechnung ohne Tore gemacht. Ihr Ex-Freund aus damaliger Zeit sammelt sie auf der Straße auf und bietet ihr Unterschlupf.

Aber warum ist Tore so reserviert Jonna gegenüber? Er war es doch, der sie damals verlassen hat.

Schnell wird beiden klar, dass Vergangenheit nicht immer bedeutet, dass etwas abgeschlossen ist. Vor allem, wenn es um die Liebe geht.

Auszug aus „Kuschelkeks und Schneegestöber“

Mein Wagen stand wie bereits in den letzten Tagen in der hintersten Ecke des Parkplatzes. Ich hoffte, dort in der Dunkelheit würde mich keiner bemerken.

Ich öffnete die Kofferraumklappe und lud als Erstes meinen Koffer und die große Tasche aus, bevor ich die Rückbank umklappte. Ja, das würde irgendwie gehen. Zum Glück hatte ich immer eine alte Wolldecke im Auto liegen, die würde mich heute Nacht hoffentlich warm halten. Mein Gepäck schob ich ganz an den rechten Rand, sodass daneben eine Lücke blieb, in der ich mich für die Nacht langmachen konnte.

„Was hast du denn vor?“

Erschreckt zuckte ich zusammen und fuhr herum. Tore! Na super! Der hatte mir gerade noch gefehlt. Die Augenbrauen zusammengezogen starrte er mich an, als wäre er stinksauer auf mich. Aber warum? Ich hatte ihm nichts getan, er war es, der mich angesprochen hatte. Wenn er wütend auf mich war – wozu er keinen Grund hatte –, warum tat er es dann?

Ich richtete mich auf und stemmte die Hände in die Hüften.

„Ich veranstalte eine Weihnachtsparty, oder wonach sieht das hier aus? Wenn du Zeit hast, komm doch auch, das Catering kommt gleich. Ich arbeite nur noch ein wenig an der Deko.“ Meine Stimme triefte vor Ironie. Herrje, was für eine dämliche Frage! Wütend drehte ich mich wieder zu meinem Auto und breitete die Wolldecke aus. Wenn ich die Reisetasche quer stellte, könnte ich sie als Kopfkissen benutzen.

„Willst du etwa in deinem Wagen schlafen?“

Ich richtete mich wieder auf und starrte ihn an, wie er verständnislos zwischen meinem provisorischen Bett im Kofferraum und mir hin und her schaute.

„Seit wann stellst du eigentlich so saudämliche Fragen? Ist das nicht offensichtlich? Oder soll ich es dir aufmalen, damit du es verstehst?“, erwiderte ich pampig.

„Es war nur eine Frage! Kein Grund, gleich auszuflippen!“ Abwehrend hob Tore die Hände.

„Stell deine komischen Fragen jemand anderem, ich hab zu tun.“ Wieder wollte ich mich abwenden, doch er hielt mich am Oberarm fest.

„Ich stelle sie aber jetzt dir, also sei so höflich und antworte mir. Hast du vor, in deinem Auto zu schlafen?“ Tore sprach extradeutlich und betonte jede einzelne Silbe, als er seine Frage wiederholte.

Mit einem Ruck riss ich meinen Arm aus seiner Umklammerung.

„Ja, genau das habe ich vor. Hast du ein Problem damit?“

Er musterte mich von oben bis unten, dann wanderte sein Blick wieder in meinen Kofferraum und auf mein provisorisches Bett.

„Ja, hab ich. Sogar ein ernsthaftes! Schnapp deine Sachen und komm mit.“

„Moment mal!“ Bockig verschränkte ich die Arme vor der Brust. „Wer glaubst du eigentlich, wer du bist, dass du mir Befehle erteilen kannst?“

Tore ahmte meine Körperhaltung nach und baute sich vor mir auf.

„Wer glaubst DU eigentlich, wer ich bin, dass ich eine Frau mitten im Winter allein in einem Auto auf einem verlassenen Supermarktparkplatz schlafen lasse?“

Ich öffnete den Mund für einen Konter, doch es kam nichts heraus. Ich war sprachlos. Gefühlte Minuten kaute ich gedanklich auf seinen Worten herum. Er hatte recht, wäre ich in seiner Lage, würde ich mich auch nicht hier allein lassen. Wer weiß, was da alles passieren konnte!

„Ich kann schon auf mich aufpassen“, murmelte ich schwach, als ich meine Sprache wiederfand.

„Das glaube ich unbesehen. Dennoch kommst du mit. Ich hab ein Zimmer für dich frei, da kannst du ein paar Tage bleiben.“ Seine Worte ließen keinen Widerspruch zu, dennoch konnte ich nicht so einfach nachgeben. Ich meine, das hier war TORE! Wenn es außer Michael einen Menschen gab, den ich nur zu gern endgültig aus meinem Leben gestrichen hätte, dann war er es.

„Das kann ich nicht annehmen.“

„Mann! Mach es doch nicht so kompliziert. Wenn es dir lieber ist, dann bezahl halt für das Zimmer oder revanchier dich und arbeite es ab. Bei mir gibt es immer was zu tun.“

Okay, abarbeiten, das war etwas, worauf ich mich einlassen konnte. Da die Vernunft stärker war als mein Stolz, nahm ich sein Angebot an. Lieber schlief ich mit Tore unter einem Dach als in meinem Auto.

 

Leserstimmen

Stimme 1: „Eine wunderschöne Geschichte für kalte Tage die man unbedingt gelesen haben muss.“

Stimme 2: „Spannend und dramatisch“

Stimme 3: „Es hat mich gefesselt da es sehr gefühlvoll geschrieben ist.“

 

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