Leseprobe

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Pulse of Passion
Sehnsucht nach dir

Klappentext

Sie will ihn nicht, aber sie braucht ihn.
Er will sie, aber er muss sie von sich stoßen …

Die Nascar-Fahrerin Riley Luman braucht die Geschwindigkeit wie die Luft zum Atmen. Wenn sie über den Asphalt jagt, dann gibt es kein Gestern und kein Morgen, nur der Moment zählt. Bis sie Drohungen erhält und ihr Traum vom Sieg in Gefahr ist. Der neu eingestellte Bodyguard Evan Crawford soll sie schützen. Doch der Mann ist genau das Gegenteil von ihr. Während sie es schnell und spontan liebt, geht er ruhig und bedacht vor. Am liebsten würde sie ihn feuern. Aber er ist verdammt gut in seinem Job. Außerdem treibt seine Nähe ihren Puls noch aus ganz anderen Gründen in die Höhe …

 

Exklusive Leseprobe

Prolog

Jetzt …

Ich fühle mich wie in einem Traum, in dem man sprinten möchte, doch stattdessen nur in Zeitlupe vorwärtskommt. Mist!
Während ich auf der Damentoilette der Rennstrecke in Phoenix sitze, mit Handschellen an eine Wasserleitung gefesselt, höre ich die Menge auf der Tribüne kreischen. Dann folgen Durchsagen. Ich verstehe nur einzelne Worte, aber das macht nichts. Ich kenne den Ablauf eines Nascar-Rennens, denn ich bin Dutzende gefahren. Er ist jedes Mal ähnlich. Vor zwei Stunden gab es ein Meeting mit den teilnehmenden Teams. Danach haben die Moderatoren alle Fahrer vorgestellt, auch mich, und nun laufen die letzten Minuten bis zum Start, nur dass ich nicht mehr dabei bin und das scheinbar niemanden stört …
Im Stillen gehe ich die Namen meiner Konkurrenten durch. Jeff Meyers, Dale Johnson, Ryan Tanner … Plötzlich kreischt das Publikum lauter. Der Boden scheint zu vibrieren. Es liegt diese besondere Art von Spannung in der Luft und ich weiß, woher sie rührt: Heute entscheidet sich, wer von den besten acht Fahrern weiterkommt, und ob ich die erste Frau werde, die es dann ins Sprint Cup-Finale schafft.
»Evan Crawford, ich hasse dich!«, schreie ich wutentbrannt die Kabinenwände an und rüttle wieder an meinen Handschellen. Dieser riesige, muskulöse, supersexy Typ hat mich vor fünf Minuten mit den Worten »Es ist zu deinem Besten, Darling!« hier festgekettet. Er hat mir einen dieser Küsse gegeben, die meinen Puls in die Höhe treiben und mich alles vergessen lassen, und ist gegangen. Um das Rennen an meiner Stelle zu fahren. Was absolut verrückt ist.
Ich versuche wie in Hollywood-Filmen, das Rohr, an das ich gefesselt bin, mit einem kräftigen Ruck aus der Verankerung zu reißen. Ich bin kein Arnold Schwarzenegger, aber ich habe Muskeln und bin außerdem so aufgebracht, dass ich Bäume ausreißen könnte.
»Au!«, heule ich auf, als mich die Kette unnachgiebig zurückzieht. Du hattest schon bessere Ideen, Riley!
Draußen verändert sich die Geräuschkulisse. Es gibt vor jedem Start diesen einen magischen Moment vollkommener Stille. Ich hege die absurde Hoffnung, dass genau in diesem Augenblick jemand bemerkt, dass nicht ich in meinem Wagen sitze, sondern dieser Vollidiot.
Doch dann höre ich das vertraute Geräusch von mehr als vierzig Motoren, die gleichzeitig an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gebracht werden.
Ich bin fassungslos. Evan tut es tatsächlich. Er tritt an meiner Stelle an.
»Denk ein Mal im Leben nach, Riley!«, ermahne ich mich laut. Mein üblicherweise kopfloses Verhalten bringt mich in dieser Situation nicht weiter.
Ich sehe mich um. In der Kabine ist nichts, womit ich die Handschellen aufschlagen kann. Hoffnungslos zerre ich wieder daran, obwohl das Metall mittlerweile Einkerbungen in meiner Haut hinterlassen hat. Wenn meine Handgelenke nur ein kleines bisschen schmaler wären, könnte ich sie durchziehen. Denn Evan hat die Teile nicht richtig eng angelegt. Aber wenn das Wörtchen wenn nicht wäre …
Seufzend lehne ich mich gegen die Fliesenwand. Die Moderatoren überschlagen sich gerade. Ich verstehe nur Wortfetzen, aber höre zu deutlich, von welchem Stockcar die Rede ist. Die Nummer acht. Meiner. Das heißt, dass Evan seine Sache gut macht.
Aber mir sagen, ich wäre verrückt, so zu rasen!
Niedergeschlagen hocke ich mich hin, winkele meine Beine an und verziehe mein Gesicht, als mich etwas an der Hüfte drückt. Gleich darauf lächele ich, als mir klar wird, was in meiner hinteren Hosentasche steckt. Der Lippenbalsam, mit dem ich mir eben noch die Lippen eingeschmiert habe, um hübsch für Evan auszusehen. Hätte ich wissen müssen, dass ich mir das sparen kann.
Vorsichtig, um ihn nicht aus Versehen fallen zu lassen, fummele ich den Lippenbalsam hinter meinem Rücken heraus, öffne ihn und verschmiere Shining Strawberry mit künstlichem Erdbeeraroma an meinen Handgelenken.
»Komm schon, Riley, und jetzt reiß dich los!«, rede ich mir selbst gut zu, um den Schmerz zu ertragen, als die scharfe Stahlkante wiederholt in meine Haut schneidet. Aber dieses Mal bleibe ich hartnäckig. Millimeter für Millimeter verschiebe ich die Fessel, um freizukommen. Jede Sekunde habe ich es geschafft.
Mit geschlossenen Augen zerre ich so kräftig, wie ich kann, an den Handschellen, bis ich plötzlich frei bin und mit Schwung auf dem Fliesenboden lande. Doch ich halte mich nicht damit auf, meine Wunden zu zählen. Ich habe nur einen Gedanken: Ich muss zu meinen Leuten, wir brauchen einen Boxenstopp, und ich muss irgendwie unbemerkt den Platz mit Evan tauschen, bevor der Schwindel auffliegt und ich als Fahrerin disqualifiziert werde. Ich bin so kurz davor, als erste Frau die Sprint Cup Series zu gewinnen, und das werde ich mir nicht nehmen lassen.
Hektisch ziehe ich die Handschellen hinter der Leitung hervor. Ich springe auf und laufe durch den Backoffice-Bereich zu den Boxen. Die Muskeln in meinen Oberschenkeln brennen. Ich muss wahnsinnig schnell sein. Dennoch habe ich das Gefühl, mich wie in Zeitlupe zu bewegen.
Während ich renne, als ginge es um mein Leben, spule ich die letzten Minuten mit Evan ab, kurz bevor er mich festgekettet hat. Dem werde ich was husten!
Ich bin megawütend, bis mich plötzlich ein ungutes Gefühl beschleicht, das mir den kalten Schweiß ausbrechen lässt. Er wollte tun, was für mich das Beste ist. Ungeachtet dessen, was für ihn gut ist.
Gerade als ich zu meinem Team abbiegen will, um ihnen zu sagen, dass Evan in Gefahr ist, gibt es eine Explosion, dicht gefolgt von einem ohrenbetäubenden Knall. Automatisch ändern meine Beine die Richtung, bevor ich verstehe, was passiert sein kann. Ich sprinte geradewegs zur Rennstrecke.
Ich spüre jede einzelne Sekunde wie eine Ewigkeit, durch die ich mich kämpfen muss. Keine Ahnung, woher ich es weiß, aber noch ehe ich die Ansage des Moderators höre, weiß ich, dass das mein Wagen war.
Sobald ich auf der Tribüne bin und das Feld einsehen kann, läuft mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. Mein Ford mit der bunten Sponsoren-Reklame dreht sich um seine eigene Achse. Unter der Motorhaube züngeln Flammen. Mein Verstand versucht, sich wider besseren Wissens diese Bilder zu erklären und vermutet, dass Nick mit dem Benzineinlauf geschlampt hat. Fehler passieren. Auch ihm. Aber ich weiß, dass das nicht der Grund für den Unfall ist. Ich registriere, wie unnatürlich tief die Vorderachse liegt, was unmöglich durch den Brand verursacht worden sein kann. Jemand hat etwas an meinem Wagen gedreht, um mich aus dem Verkehr zu ziehen. Nur dass nicht ich in diesem Schrotthaufen sitze, sondern Evan.
Menschenmassen springen von ihren Plätzen auf, um das Spektakel zu verfolgen. Die Presse ist ebenfalls zur Stelle. Leute laufen aus meiner Box zum Unfallort. Feuerwehr- und Rettungswagen fahren los. Und das Pacecar, das Fahrzeug, das das Rennfeld bei schlechtem Wetter oder eben bei schweren Unfällen einfängt, ist bereits auf der Strecke. Das Rennen wird gestoppt.
Immer mehr Schaulustige versperren mir den Weg und ich habe das Gefühl, ich brauche hundert Jahre, um mich durchzuboxen. In Wahrheit sind es nur Sekunden. Der Ford überschlägt sich, knallt gegen die Sicherheitsmauer und bleibt schließlich brennend auf dem Dach liegen.
»Scheiße, Riley, bleib hier!«
Das ist Kevin, mein Teamchef, der mich ruft. Aber ich höre nicht auf ihn. »Evan ist in dem Wagen!«, rufe ich, überwinde die Absperrung und laufe auf die Fahrbahn. »Evan ist da drin!«
»Ich weiß«, sagt Kevin.
»Dann hilf mir!« Denn das, was sich vor meinen Augen abspielt, ist heftig. Wie aus einem Actionfilm. Nur dass kein Stuntman hinter dem Steuer sitzt und dass sowohl der Crash als auch das Feuer echt sind. Weshalb mir ganz anders wird.
Wir Fahrer tragen zwar feuerfeste Anzüge, haben Kopfstützen, Gurte, Airbags und weiß der Teufel was noch alles. Aber das ist für Unfälle auf der Strecke, nicht um vor einem Anschlag zu schützen.
Kurz bevor ich an der Unfallstelle bin, reißt mich Kevin zurück. »Herr Gott, Riley, willst du dich umbringen?«
Protestierend winde ich mich in seinen Armen und versuche loszukommen. Mein Ford brennt lichterloh und ich meine, eine Bewegung ausmachen zu können. Für einen kurzen Moment durchflutet mich pure Erleichterung. Ich habe das Gefühl, dass die Welt sich langsam wieder normal dreht. Dass wie durch ein Wunder alles gut werden wird. Dann folgt eine zweite Explosion, durch die Teile des Hecks in die Luft geschleudert werden.
»Wie konnte er nur?!«, schreie ich wie von Sinnen und kämpfe gegen Kevins Griff an, weil es mir unmöglich ist, einfach zuzuschauen, während Evan dort drin krepiert. »Was hat er sich dabei gedacht?!«
»Wir wissen beide warum«, sagt er.
Hilflos stehe ich da und sehe zu, wie der Löschschaum das Wrack unter einer weißen Decke begräbt, die mich an eine Lawine aus Schnee erinnert. Kurz danach bergen zwei Feuerwehrmänner einen Körper aus dem Inneren.
Oh Gott! Ich wünsche mir, die Welt würde an mir vorbeirasen, wie sie es mit zweihundert Meilen pro Stunde tut. Bei dieser Geschwindigkeit verliert die Umgebung ihre Konturen und das, was vor einem liegt, ist einen Atemzug später bereits im Rückspiegel. Aber stattdessen brennt sich jede verfluchte Millisekunde in mein Gedächtnis ein.
»Ich muss zu ihm«, jammere ich, sobald die Sanitäter den leblosen Körper untersuchen.
»Lass die Ärzte ihren verdammten Job machen!«, fährt Kevin mich wütend an, als wäre all das meine Schuld. »Zur Abwechslung geht es mal nicht um dich, Riley! Also hör auf, dich wie ein Kind zu benehmen, und werd’ endlich erwachsen!«
Sanitäter lösen Evans Helm. Sie schneiden den Anzug auf und beginnen mit der Reanimation. Währenddessen landet ein Hubschrauber auf dem Asphalt. Evan wird auf eine Trage gehievt. Sie schieben die Liege zum Helikopter, er wird eingeladen, die Türen schließen sich und das Rettungsteam erhebt sich in die Luft.
Und ich? Ich habe nur einen einzigen Gedanken: Halte durch! Ich hab dir noch so viel zu sagen, du Scheißkerl. Halt verflucht noch mal durch!
»EVAN!«

 

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