Passione d’amore – Paolo & Giulia

Anlässlich Maras Einjährigen als freie Autorin wird es im September immer wieder mal die eine oder andere Leseprobe aus der „Passione d’amore“-Reihe geben. Los geht es mit dem ersten Buch aus der Reihe, das sich mit Paolo und Giulia beschäftigt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Paolo u. GiuliaKapitel 1

Sechs Jahre waren vergangen, seitdem Paolo seinen Job als Polizist gekündigt hatte. Die Umstände, dass er einen Verdächtigen krankenhausreif verprügelt hatte, hatten ihn dazu gezwungen und natürlich spielte eine Frau eine Rolle bei seiner Entscheidung. Immer noch trauerte er dieser ganz besonderen Frau hinterher, die er niemals haben konnte. Denn sie liebte einen anderen.
Einen mit dem er sich auch noch gut verstand, denn er war mittlerweile zu einem Freund geworden. Aber allmählich versiegte das Gefühl, das ihn all die Jahre beherrscht hatte. Sein Herz verstand, das sie ihm niemals gehören konnte. Lediglich als Freundin konnte sie an seiner Seite stehen, das hatte Giana ihm oft gesagt, wenn er mit seinem Inneren und dem Seelenschmerz wieder einmal nicht zurechtkam.
Gedankenverloren saß er auf einer der Bänke im Garten des Herrenhauses. Ein wildes Stöhnen drang an sein Ohr. Einer der neuen Doms vergnügte sich mit einer attraktiven Frau. Ihr braunes Haar hing ihr in Strähnen ins Gesicht. Die Sonne strahlte auf ihren makellosen Körper, während der Neue mit festen Schlägen ihren Hintern malträtierte. Ein göttliches Schauspiel.
Doch er fühlte sich abgestumpft, deshalb wendete er sich ab, stand auf und lief ins Innere des prachtvollen Gebäudes, das jede Art von Spiel bereithielt. Luststeigernde Begegnungen für Erwachsene, die darauf standen. Für Frauen, die nur eine Art der sexuellen Befriedigung wollten, brauchten, genossen. Jede Frau, die hierherkam und einen der dominanten Männer buchte, war devot. Die eine weniger, die andere mehr.
Damals als er Gianas Stalker mit bloßen Händen fast umgebracht hatte, wurde ihm bewusst, das er seinen Beruf als Polizist satthatte. Deshalb kündigte er, nachdem man ihn wegen exakt diesem Vorfall suspendierte. Und zum ersten Mal seit Langem konnte er wieder tief durchatmen und nachts durchschlafen, ohne, dass schreckliche Bilder, von vergewaltigten Frauen oder verstümmelten Leichen ihm den Schlaf raubten.
»Paolo da bist du. Können wir schnell deinen Plan für diese Woche durchgehen?«
Viola, Sergios Ehefrau kam auf ihn zu. Ihrem Mann gehörte das Herrenhaus, in dem er arbeitete. Als sie ihn umarmte, stieß ihr dicker Bauch gegen seinen.
»Wie fühlst du dich heute?«, fragte er liebevoll. Sie war für ihn die Schwester, die er nie hatte. Deshalb sorgte er sich um sie, obwohl das nicht nötig war, denn Sergio hatte immer ein wachsames Auge auf sie.
»Der Kleine tritt heute auffallend viel. Aber bald haben wir es geschafft. Die wenigen Wochen halte ich noch durch.«
Sergio kam die Treppe hinuntergelaufen.
»Da bist du. Hatte ich nicht gesagt, du sollst liegen bleiben?«
»Liebster, ich wollte nur schnell mit Paolo den Plan für die Woche durchgehen.«
»Das kann ich auch machen. Du sollst dich schonen. Du weißt, was der Arzt gesagt hat.«
Paolo gab ihr einen Kuss auf die Wange und sagte ihr, dass ihr Mann recht hatte und er ganz seiner Meinung war. Fluchend drehte sie sich um und lief die Stufen hinauf.
Beide Männer schauten der Frau hinterher, die fast alle Fäden hier in der Hand hatte. Langsam lief sie Stufe für Stufe hoch in den Privatbereich. Dabei bemerkte er, dass sie sich mehr am Geländer hochzog, als das sie lief.
»Lass uns ins Büro gehen.«
Er folgte Sergio und dachte darüber nach, wie es wohl wäre, wenn er selbst Vater werden würde. Doch schnell schob er diesen Gedanken beiseite, denn dazu fehlte ihm die passende Frau.
Es dauerten keine zehn Minuten, da war er wieder aus dem Büro in sein Zimmer geschritten. Nicht, weil sie sich schnell geeinigt hatten, was seine Arbeitszeiten betraf, sondern weil er sonst irgendetwas in dem Raum zerstört hätte. Warum musste Sergio ihm so einen Auftrag geben. Fünf Tage mit einer einzigen Frau verbringen. Diese Art von Session war eine ganz andere Dimension und nicht das, was er in nächster Zeit vorhatte. Aber da die Bezahlung für diesen Job weit mehr war, als er normalerweise verdiente, hatte er letztendlich zugesagt.
In all der Zeit, die er nun in diesem Haus arbeitete, war er abgestumpft. Zwar machte ihm die Arbeit als Dom immer noch Spaß, aber etwas fehlte. Die erotischen Spiele gefielen ihm, auch das Verwöhnen der Damen, aber mit der Zeit wiederholten sich diese lustvollen Sessions immer zu. Dieselben Worte. Dieselben Gesten.
Paolo glaubte zu wissen, was ihm fehlte; Giana, die Frau, die er niemals haben konnte. Doch ausgerechnet sie war tabu. Vielleicht war es tatsächlich an der Zeit, endlich loszulassen. Zu mal sie glücklich war mit Antonio und sie ihr zweites Kind erwartete. Wenn er es sich genau überlegte, würde er diesen einen Auftrag, den Sergio ihm regelrecht aufgezwungen hatte, erledigen. Aber danach würde er dem Herrenhaus den Rücken kehren. Abstand war vielleicht das, was er wirklich brauchte. Genug Geld hatte er in den letzten Jahren sparen können und das Haus, das er hat bauen lassen, war vor wenigen Monaten fertig geworden.
Während Paolo durch sämtliche Kanäle des Fernsehprogramms zappte, klopfte es an seiner Tür. Er war der Einzige der Doms, der noch im Herrenhaus wohnte. Alle anderen hatten sich Wohnungen in der Stadt zugelegt und kamen zu ihren Schichten hier her. Mit einem Ruck öffnete er die Tür.
»Giana.«
Die Frau, in die er sich vor all den Jahren verliebt hatte, stand vor seiner Tür. Gekleidet in ein blassblaues Kleid, das ihren Schwangerschaftsbauch umschmeichelte.
»Darf ich reinkommen?«
Er trat einen Schritt zur Seite und bemerkte ihren Blick, der durchs Zimmer schweifte. Natürlich war es nicht sauber, dachte er, schließlich war dies eine Junggesellenbude.
»Warum bist du gestern nicht zu uns ins Valley gekommen? Ich habe dich vermisst.«
Das war also der Grund für ihren Besuch, schoss es ihm durch den Kopf. Aber was sollte diese Frage? Sie wusste doch warum. Weil er auf sie stand. Weil sie ihn erregte, genau wie in diesem Moment. Paolo war hart; steinhart. So hart, dass er am liebsten seinen Schwanz befreit hätte, um sich einen runter zu holen. Und nicht, dass diese alles verzehrende Lust nach ihr reichen würde, spürte er ihre Hand auf seiner Wange.
»Du musst mich endlich aus deinen Gedanken verbannen. Oder denkst du etwa, ich wüsste nicht, warum du mich meidest?«
Sie standen so nah beieinander, das er sich hätte nur ein wenig nach vorne beugen müssen und ihre Münder hätten sich berührt. Doch er tat es nicht, sondern nahm ein wenig Abstand.
»Ich habe dich schon lange aus meinem Kopf verbannt«, sagte er schroff. Doch sie trat zu ihm und griff ihm zwischen die Beine.
»Ach wirklich und wieso bist du hart für mich?«
Wenn sie noch länger ihre Hand in seinem Schritt belassen würde, dann würde er kommen. Doch sie ließ ihn los und entfernte sich von ihm.
»Du bedeutest mir und meiner Familie sehr viel. Das alleine ist der Grund, warum Antonio zu deiner Verliebtheit nichts sagt. Denn manchmal siehst du mich an, also wolltest du mich übers Knie legen, mir den Arsch versohlen, um mich anschließend zu ficken. Doch das alleine darf nur mein Mann.«
Als sie das Wort Mann aussprach, dachte er an ihre Hochzeit und daran wie er sich besoffen hatte. Doch das war nicht das Schlimmste. Er hatte sich betrunken, wie er war, in sein Zimmer eingeschlossen, ein Foto von Giana, das er versteckt hatte, herausgekramt und sich die ganze Nacht selbst befriedigt. Bei jedem Orgasmus schrie er ihren Namen laut aus. Er war doch ein erbärmlicher Trottel. Irgendwann war er vor Erschöpfung eingeschlafen.
Selbst nach all den Jahren passierte es ihm manchmal, dass er den Namen einer devoten Frau, die sich von ihm schlagen ließ, vergaß, dann nannte er sie Giana. Er wollte sie alle Giana nennen, ihnen der Arsch versohlen, sie anketten und ficken bis …
»Paolo? Hörst du mir überhaupt zu?«
Da war sie, die Stimme, die ihn sogar in seine Träume verfolgte. Nur einmal, wollte er aus diesem Mund seinen Namen hören, wenn sie ekstatisch zum Höhepunkt kam.
»Ja. Ja«, sagte er und griff nach der Scotchflasche, doch dann besann er sich und stellte sie wieder hin.
»Du musst eine Frau finden. Eine die dich aufrichtig liebt.«
»Wird schwierig, wenn man den ganzen Tag mit dem Schwanz in einer anderen steckt.« Er hörte sie seufzen, doch er konnte und wollte nicht zurücknehmen, was er gesagt hatte.
Doch dann hörte er diese leisen Schluchzer und er drehte sich um. Sie weinte. Tränen tropften von ihren Wangen auf ihren Busen und färbten das Kleid dunkel.
Scheiße!
Er ging auf sie zu, nahm sie in die Arme und schob sie in Richtung der Couch. Dort setzte er sich mit ihr hin. Paolo wusste, dass es nichts brachte, sich zu entschuldigen oder etwas schön zu reden, denn im Grunde hatte er recht. Es würde nicht einfach sein, eine Frau zu finden, die seinen Beruf verstand.
»Ich will, dass du glücklich bist. Du sollst nicht mehr an mich denken. Das muss endlich aufhören«, sagte sie schniefend. Sie hatte recht, das wusste er. Er musste endlich den Mut haben und nach vorne schauen.
»Ich werde meinen Job hier aufgeben«, verkündete er.
»Das ist eine gute Idee.«
Er wollte sie noch ewig in seinen Armen halten, doch er ließ sie los und setzte damit für sich selbst, ein großes Zeichen. Giana stand auf, gab ihm einen Kuss auf die Wange und verließ sein Zimmer.
Alles in ihm schrie, ihr hinterherzulaufen, ihr auf Knien seine Liebe zu gestehen. Doch er blieb in seinem Zimmer, das er seit sechs Jahren bewohnte, folgte nicht der einzigen Frau, die er in sein Herz gelassen hatte. Da spürte er etwas Feuchtes auf seiner Wange. Tränen. Er gab sich dem Gefühl der Hilflosigkeit hin und weinte. Trauerte um all das, was er nie haben würde.

***

Die Nacht war zu kurz, das merkte Paolo bereits jetzt, zwei Stunden, nachdem er aufgestanden war. Doch seine Gedanken wollten sich einfach nicht verziehen. Dennoch hatte ihm das Gespräch mit Giana am Vortag gezeigt, das er sie, wenn er sie schon nicht als eine Frau haben konnte, er sie wenigstens nicht als Freundin verlieren durfte.
Nachdem er gefrühstückt hatte, was seltsam war, wenn man bedachte, das bereits 15 Uhr war, duschte Paolo. Er rasierte sich, cremte seinen Körper ein und zog seine Lieblingsjeans an. Die mit den Löchern, in denen er fast immer eins der Spielzimmer betrat, bevor eine Session begann. Heute jedoch wartete dieser ganz besondere Auftrag auf ihn, deshalb nahm er die Karteikarte, auf der alle Informationen standen.

Sub
Name:               Giulia
Alter:                 29
Aussehen:        blond, blaue Augen, üppige Kurven, Naturbusen
Beruf:               Künstlerin
Vorlieben:

vaginal +
anal +
Mund +
Dildo +
Vibratoren +
Peitsche +
Gerte +
Bondage +
Brustklemmen +
Andreaskreuz +
Dirtytalk +

Er dreht das Kärtchen um und fand überall ein Häkchen. Paolo würde definitiv seinen Spaß haben, das war sicher. Die nächsten Tage stand er nur ihr zur Verfügung oder sie ihm, je nachdem wie man es nahm. Nachdem er die Karte zurück auf den Tisch gelegt hatte, schaute er obligatorisch in seine Hose und verkündete seinem besten Freund, dass sie die nächsten Tage eine Menge Action zusammen hatten. Pünktlich verließ er sein Zimmer und stieß vor der Türe mit Carlo zusammen, der ihn abholen wollte.
In den Minuten, bevor die Session begann, besprach der Dom mit einem anderen Dom, der den Auftrag kannte, letzte Details. Er verabschiedete sich, atmete noch einmal tief ein und öffnete gelassen die Tür zum Spielzimmer.
In diesem Raum war lila die dominante Farbe. Es war eins der harten Zimmer, jedenfalls nannten die Doms es untereinander so. Er trat ein, wagte einen Blick und alles, was er sah, war blondes langes Haar.
Die Frau, die er als Dom züchtigen sollte, kniete auf dem harten Boden. Das Kissen, welches eigentlich dafür bereitlag, lag neben ihren Beinen. Eine Sub ganz nach seinem Geschmack.

Leserstimmen

„Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist eine tolle Mischung aus Liebe und Erotik, aber auch Zweifel, Angst, Machtlosigkeit und Wut. Man merkt, wie die Gefühle zwischen Paolo und Giulia für einander immer stärker werden. Die Geschichte und Charaktere haben mich total mitgerissen.“

„Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Habe es in einem Rutsch durchgelesen weil es so spannend war.“

„Die Geschichte von Paolo und Giulia hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Das hatte sicherlich mit der Geschichte zu tun – das Zusammenspiel von Erotik und Gefahr wird für meinen Geschmack sehr gut zusammengefügt, so dass keine Langeweile entsteht.“

 

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Das nächste Mal wird es einen Ausschnitt aus dem zweiten Buch geben. In dem dreht sich alles um Luca und Isabella.