Eine Liebe – Mein Verein 1. FC Magdeburg

Quelle: Privat

Ich komme aus einer Region in Sachsen-Anhalt, wo das Fußballherz entweder in den Farben rot-weiß oder blau-weiß schlägt. Tja, und mein Herz schlägt eindeutig in den Farben Blau und Weiß, ganz nach dem Motto #EINMALIMMER.

Wie man unschwer erkennen kann, ist mein Verein der 1. FC Magdeburg. Nirgends in der 3. Liga ist die Stimmung im Stadion grandioser. Bei beinahe jedem Heimspiel besuchen im Durchschnitt 16.000 Fans das Stadion. Block U ist einer der besten überhaupt. Er schafft es, dass die Atmosphäre im Stadion eine ganz besondere ist. Bei Auswärtsspielen werden sie gefürchtet, denn sie können mit ihrer Lautstärke sogar die gegnerischen Fans in Grund und Boden rammen. Wer es nicht live erlebt hat, kann dieses Gefühl nur schwer nachempfinden.

 

Sicher fragt sich der eine oder andere, woher diese Begeisterung kommt. Ganz einfach: Ich habe selbst diesen Sport viele Jahre ausgeübt, bis ich von den Ärzten das Verbot bekam, da beide Knie kaputt sind und ich zusätzlich einen verschobenen Nackenwirbel habe. Bis zu diesem Tag war ich jede Woche beim Training und in der Saison auch auf dem Platz. Während der Schulzeit spielte ich zusätzlich in der Schulmannschaft und wir schafften es zu den Landesmeisterschaften im Schulsport. Austragungsort damals war in Magdeburg, ganz nah am Stadion. In der Spielpause nutzte ich die Zeit und ging durch eines der Tore ins Stadion. Mit leuchtenden Augen stand ich am Spielfeldrand und drehte mich im Kreis. Genoss den Moment der Stille und schöpfte Kraft für das nächste Spiel.

Leider konnte ich in den letzten Jahren nicht ins Stadion fahren und verfolgte die Spiele am Fernseher oder im Livestream. Als eingefleischter Fan hatte ich geflucht, gejubelt und gelitten, den Aufstieg in die 3. Liga war das bisher Größte. Ein Wunder, dass keiner meiner Nachbarn sich darüber beschwerte. Aber so ist das nun mal, wenn man seine Leidenschaft auslebt.

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Am 22. April 2017 war es dann endlich wieder soweit. Die Karten hatte ich bereits ein paar Wochen vorher bestellt, als klar war, dass meine Schwipp-Schwapp-Cousine zusammen mit den Zwillingen mich begleiten würden. Je näher der Tag rückte, desto aufgeregter wurden die Mädchen. Für sie sollte es das erste Mal in einem Stadion sein. Ich selbst kannte das Gefühl von früheren Besuchen. Auch meine Cousine kannte die Atmosphäre, da sie selbst hin und wieder an den Stadiontoren, die Besucher empfing, und wenn die Partie angepfiffen wurde, konnte auch sie das Fieber in sich aufsaugen.

 

Der 34. Spieltag stand unter dem Motto »Blau-Weiße Begeisterung kennt kein Handycap«. Über 3.000 Fans mit körperlicher oder geistiger Behinderung wurden eingeladen. Bereits zum 8. Mal fand gab es dieses Event. Extra für dieses Spiel lief der 1. FC Magdeburg gegen Großaspach mit einem Sondertrikot auf. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass man den Betroffenen nicht immer die Behinderung ansehen muss. Ich weiß, wovon ich hier schreibe, denn es betrifft mich auch.

Gegen 11:30 Uhr ging es mit 2 aufgeregten Kindern in die Elbestadt. Je näher wir dem Stadion kamen, desto mehr leuchteten die Augen der Mädchen. Das Warten an der Ampel wurde genutzt, um vorbeifahrende Fans zu beobachten, die mit wehenden Autofahnen oder Schals auf dem Weg zur MDCC-Arena waren.
Am Stadion angekommen nahmen wir die Kinder an die Hand. Zu groß war die Gefahr, dass wir eines der Mädchen aus den Augen verlieren könnten.

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Nachdem wir die Einlasskontrolle hinter uns hatten, ging es weiter zum Essensstand. Auf dem Weg dorthin kauften wir für die Kinder einen Schal. Nach einer leckeren Currywurst mit Pommes ging es dann zu unseren Plätzen im Schubert-Familienblock.

Das Wetter hätte allerdings ein wenig besser sein können. Warm eingepackt nach dem Zwiebelprinzip hatten wir nicht nur dicke Jacken und lange Hosen an, nein auch Strumpfhosen und Rollkragenpullover mussten sein. Der Wind blies eisig und auch ein kurzer Schauer durfte nicht fehlen.

 

Die Uhr schlug 13:50 Uhr, die Ränge waren gut gefüllt und die Aufstellung wurde präsentiert. Dann folgte das Lied des FCM und auch das Magdeburger Lied. Es war Gänsehaut pur. Auf allen Rängen wurden die Schals hochgehalten und mitgesungen.

Pünktlich um 14:00 Uhr wurde das Spiel angepfiffen. Lange mussten wir nicht bis zum ersten Tor warten. In der 6. Spielminute sorgte Christian Beck für das 1:0. Noch in der gleichen Halbzeit folgte der Ausgleich und ein Platzverweis für Großaspach. Dann war erstmal Halbzeitpause.

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Die Stimmung im Stadion war gut und in der 2. Halbzeit gab es ein wahres Feuerwerk an Torchancen für den FCM. Auf allen Rängen konnte man die Hoffnung auf den nächsten Treffer spüren. Die Kinder wurden vollkommen mitgerissen und auch wir Erwachsenen fieberten mit. Endlich erlöste uns Christian Beck mit seinem 2. Tor im Spiel. Der Jubel auf den Rängen war ungehalten.

 

 

 

Die letzten Minuten bis zum Abpfiff wurde es nochmal spannend. Großaspach drückte und wollte unbedingt den Ausgleich. Die Spannung war nicht unberechtigt. Schließlich kassierte Magdeburg meist in den letzten Minuten noch ein Tor und nahm entweder nur 1 Punkt mit oder kassierte eine Niederlage. Nach 93 Spielminuten wurde das Spiel endlich abgepfiffen und wir konnten einen Heimsieg feiern.

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Nachdem sich die Ränge allmählich leerten, traten auch wir langsam den Weg zum Auto wieder an. Wie schon auf dem Weg zum Stadion hatten wir auch nun die Mädchen an den Händen, damit sie uns nicht verloren gingen.

Was wir bei unserem Parkplatz allerdings nicht bedachten, war, dass der Zaun als Toilette für die Herren der Schöpfung diente, sodass eins der Mädels es sich nicht verkneifen konnte einen entsprechenden Kommentar von sich zu geben. Kristin und ich setzten dem Ganzen noch die Krone auf »Da kommen vier Mädels aus dem Stadion und was sehen sie?« Die Antwort darauf kann man sich denken 😉

 

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Wie es so ist bei Großveranstaltungen, durfte auch das Verkehrschaos rund um die MDCC-Arena nicht fehlen. Wir nutzten die Zeit und machten ein letztes Erinnerungsfoto von einem der schönsten Tage. Dennoch fuhren wir alle zufrieden und glücklich wieder nach Hause und es wird nicht das letzte Mal für die Mädels gewesen sein. Zum nächsten Heimspiel werden sie allerdings zu Hause bleiben müssen, denn dann geht es gegen den FSV Frankfurt und da dürfte die Stimmung aufgeheizt und bis zum Zerreißen gespannt sein. Das Rennen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga ist noch nicht vorbei- Es gibt noch 4 Spiele, die es zu gewinnen gilt.

 


2 thoughts on “Eine Liebe – Mein Verein 1. FC Magdeburg

  1. Stefanie Antworten

    Hallo,

    Ein toller Beitrag. . Vielleicht sehen wir uns ja auch mal im Stadion. Die Stimmung von Block U ist wirklich sehr gewaltig, da kommt manch 1 Bundesligaspiel nicht mit.

    Lg de Steffi aus Magdeburg

    1. DianaKniep Antworten

      Ich werde in dieser Saison nur noch zum Spiel gegen Frankfurt da sein und dann auch ein ganzes Stück näher dran an Block U ;-)… vielleicht klappt es bei dir ja

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