Leseprobe

Bisher habe ich euch Shanti M. C. Lunau vorgestellt. Nun wird es Zeit, auch mal einen Blick ins Buch zu werfen. Ich wünsche euch viel Spaß mit „Armania – Auf der Suche nach dem Bernsteinblut“.

 

Klappentext

Rina ist glücklich. Sie hat nicht nur ihr Abitur bestanden, sondern auch die Liebe ihres Lebens gefunden. Doch dann geschieht etwas, womit niemand gerechnet hatte. Rinas Freund wird von seiner Vergangenheit eingeholt und schwebt kurz darauf in Lebensgefahr. Nur ein einziges Medikament kann ihn jetzt noch retten, doch dafür muss Rina in eine Welt reisen, die sie nicht kennt. Wird sie es schaffen, das Bernsteinblut rechtzeitig zu finden und ihre Liebe zu retten?

 

 

Leseprobe

Gemeinsam aßen wir unsere Proviant-Reste, zusammen mit dem frischen Brot, und in meinem Bauch machte sich ein warmes und sattes Gefühl breit. Die Sonne wanderte langsam  höher und es wurde schnell heller um uns herum. Nach dem Frühstück packten wir zügig unsere kleinen Zelte ein und schütteten das Feuer mit Erde zu, damit es nicht jedem sofort auffiel, dass hier jemand gewesen war. Wir wollten so früh wie möglich mit dem Marsch durch den Dschungel starten, um noch vor Einbruch der Nacht am anderen Ende zu sein.

Wir kamen anfangs auch ziemlich zügig voran. Die Stämme waren nicht mehr glatt, sondernd rau, immer öfter schlängelten sich grüne und braune Lianen von den Baumkronen und Ästen herab. Das Holz der heruntergefallenen Äste knackte unter meinen Sohlen und die Bäume über uns verdeckten langsam aber sicher die Wärme und das Licht der Sonne. Die Lianen wurden dicker, das Blätterdach dichter und ich immer angespannter. Je tiefer wir gingen, desto mehr hatte ich das Gefühl, beobachtet zu werden. Doch egal wie oft ich mich auch umsah, ich konnte weit und breit niemanden entdecken. In weiter Ferne hörte ich eine Art Affenkreischen, Vogelzwitschern und Tierlaute, die ich nicht zuordnen konnte. Meine Nackenhaare standen permanent aufrecht.

„Wahnsinn, ich habe das Gefühl, ich bin auf einer Expedition durch den Urwald?”, sagte Line irgendwann in die kleine Runde und lenkte mich eine Weile ab. Ich musste lachen.

„Bist du doch auch. Wir sind hier in einem Dschungel und wir sind auch tatsächlich auf einer Expedition.“ Line wurde rot. „Du weißt genau, was ich meine.“

„Wir sind hier im Lianen-Dschungel, um genau zu sein, die Heimat der großen Katzen. Seid vorsichtig, die Katzen sind derzeit nicht wirklich gut auf Besucher zu sprechen. Nach Aussagen, die ich gehört habe, waren die Katzen früher friedlich, doch auch sie mussten sich den neuen Umständen anpassen, als die Burner begannen durch Armania zu ziehen. Die großen Katzen waren zwar noch nie wirklich Schmusetiere, es gab immer ein Risiko, sich mit ihnen abzugeben, aber in unserer derzeitigen Situation möchte ich ihnen ehrlich gesagt unter keinen Umständen begegnen. Bisher konnten sie ihr Territorium gegen die Burner erfolgreich verteidigen – und das will was heißen. In der ganzen Zeit sind wir alle misstrauisch geworden, als wir gemerkt hatten, dass wir nicht mehr nur unter unseresgleichen sind. Auch Humanil mussten in Kämpfen ihr Leben lassen, und da wir nicht vergessen können, begannen wir damit, unser Verhalten zu verändern, indem wir uns anpassten. Irgendwie müssen wir uns ja verteidigen, und die großen Katzen sind dafür genetisch optimal ausgestattet.“

Aufgrund von Ales letztem Satz war mir nun noch unheimlicher zumute als vorher. Wieso hat er das denn nicht schon am Anfang gesagtVielleicht hätte es irgendwo einen etwas ungefährlicheren Weg gegeben, dachte ich unsicher, ermahnte mich jedoch gleich selbst, lieber an etwas anderes zu denken.

Dennoch traute sich von da an niemand von uns ein Geräusch zu machen und so gingen wir stumm immer weiter, auch wenn keiner wusste, wohin wir zu gehen hatten. Doch dann fiel mir plötzlich etwas Beunruhigendes auf.

„Wartet mal kurz, hört ihr das?“, fragte ich vorsichtig und blieb stehen, um angestrengt zu lauschen.

„Nein, ich höre nichts, wieso?“, antwortete Line und auch Ale schüttelte verneinend den Kopf.

„Eben!“, antwortete ich. „Das ist es gerade. Bis vor kurzem waren doch noch Geräusche zu hören. Jetzt hört man nur noch … Blätter rascheln …“ Ich stockte, vollendete meinen Satz nur schleichend, während mein Blick nach oben wanderte. Mein Herz rutschte mir augenblicklich in die Hose. Über uns saßen sie, wilde Affen, die uns schweigend mit ihren hellen Augen beobachteten, in deren Iris sich die Baumkronen spiegelten.

Ale und Line folgten meinem Blick und wurden ebenfalls stocksteif.

„Das ist nicht gut“, flüsterte Ale und trat einen Schritt zurück. Und damit begann das Gekreische. Immer lauter und hysterischer schrien die Affen plötzlich, während sie mit einem Mal wild durcheinander sprangen. Auf uns zu, vor oder hinter uns, ihre Hände und Füße streiften meinen Kopf oder die Arme, die ich mir schützend vor das Gesicht hielt. Innerhalb von Sekunden konnte ich weder Line noch Ale mehr sehen.

„Nicht bewegen!“, hörte ich Ales Stimme zwischen den schrillen Lauten der Affen.

Nichts leichter als das, dachte ich und kauerte mich auf dem Boden klein zusammen, die Arme dabei noch immer schützend über meinem Kopf. Doch meine Ohren nahmen jedes Geräusch der Umgebung in sich auf. Ich musste mich nicht einmal sonderlich dafür anstrengen. Und dann hörte ich, nicht weit von mir entfernt, ein tiefes Knurren. Es passte nicht in die hellen, schrillen Laute der Affen über und neben mir, daher blickte ich nun doch für einen kurzen Moment auf. Und sah direkt in die gelben Augen einer Raubkatze. Mit einem Mal, ohne wirklich groß darüber nachzudenken, stand ich kerzengerade auf den Füßen, folgte meinem Instinkt und rannte los.

„Lauft!“ Ich hörte die Schritte von Lines Schuhen auf dem Boden und wusste, dass sie auf meine Worte gehört hatte. Mit den Armen vor dem Gesicht rannte ich durch die wilde Affenmenge, ignorierte die Schmerzen, die plötzlich auftraten und achtete nicht darauf, wo meine Freunde entlangliefen.

Ich rannte einfach los, durch die Baumreihen, Äste und Büsche, immer weiter und weiter. Ich wollte nur weg von diesem Ort. Ich hielt tatsächlich erst an, als ich über eine Wurzel stolperte und frontal auf dem Boden landete. Jetzt erst bemerkte ich, dass die Schreie der Affen bereits verstummt und ich alleine war.

Nirgendwo war etwas von Line oder Ale zu sehen oder zu hören. Vorsichtig rappelte ich mich auf und lehnte mich keuchend an einen Baum. Meine Lungen brannten von diesem Sprint wie Feuer.

 

Nach einer Viertelstunde Verschnaufpause war allerdings immer noch keiner der beiden anderen in Sicht. Hoffentlich ist ihnen nichts passiert, dachte ich und machte mich auf den Weg, meine Freunde zu suchen.

„Line? Ale? Ist jemand hier? Hallo? Wo seid ihr denn? Line? Ale?“, rief ich so laut ich konnte, ohne dabei gleich zu schreien. Doch ich hörte weit und breit kein einziges Geräusch. Kein Affengebrüll, kein Vogelzwitschern, kein fremdes Tier und leider auch nicht meine Freunde.

Völlig entkräftet und durstig erreichte ich nun eine kleine Lichtung, die sich um einen winzigen, klaren See zog. Da ich mittlerweile ziemlich verschwitzt war, machte ich eine Pause, um mich abzukühlen. Nebenbei konnte ich auch endlich meine leere Wasserflasche wieder auffüllen. Auf der offenen Fläche der Lichtung spürte ich nun umso mehr, wie warm es mittlerweile geworden war. Die Sonne brannte auf die Steine und den See und erwärmte die Luft, bis sie zu flimmern begann.

Während ich mir die Arme und Beine mit Wasser bespritzte, behielt ich den Wald im Auge, um auf einen möglichen weiteren Angriff reagieren zu können. Ich hatte einige tiefe Kratzer an meinen Armen, die von den Krallen und Zähnen der Affen sein mussten und das kühle Wasser brachte sie dazu, höllisch zu brennen. Ich erinnerte mich an die Wundsalbe, die ich von Zuhause mitgenommen hatte und wollte gerade zurück zu meinem Rucksack gehen, als ich mit meinen Schuhen auf einem bewachsenen Stein ausrutschte und das Gleichgewicht verlor. Ich prallte mit der Stirn frontal gegen einen dicken Ast auf dem Boden und verlor das Bewusstsein.

 

Leserstimmen

Stimme 1: ˜“Spannendes Buch, mit tollen Wesen und Charakteren“

Stimme 2: packendes Abenteuer in einer unbekannten Paralellwelt“

Stimme 3: Eine Reise in eine fremde Welt, die einem hilft sich selbst zu finden“

 

Das Buch erschien über den BVK Buch Verlag Kempen am 17. April 2015.  Ich hoffe, die Leseprobe hat Lust auf dieses tolle Buch gemacht und konnte einen ersten Eindruck der Geschichte vermitteln. Zum Shop geht es hier entlang.

 

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